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Mittwoch, der 19. September 2007 | JogVoices

Appell an die Öffentlichkeit, die Politik und die Presse

5. Konferenz der Jugendlichen ohne Grenzen

Hier Geblieben – jetzt aber wirklich!
Wir sind die Zukunft – Wir bleiben hier!

Wir haben vor zwei Jahren angefangen, uns für eine bessere Welt für alle Menschen einzusetzen. Dabei fingen wir in Deutschland an. Wir forderten eine großzügige Bleiberechtsregelung und die vollständige Anerkennung der UN-Kinderrechtskonvention. Unsere Forderungen wurden jedoch bisher nicht erfüllt. Die ausländischen Kinder und Kinder von Flüchtlingen werden immer noch schlechter behandelt als ihre deutschen Altersgenossen.

Auch wenn der Bundestag eine Bleiberechtsregelung beschlossen hat, ist jedoch schon sicher, dass nur ein kleiner Teil der rund 180.000 Geduldeten ein Aufenthaltsrecht erhalten wird. Die Bleiberechtsregelung wird aufgrund ihrer Eigenart als Stichtagsregelung und vielen Ausschlusskriterien das Problem der geduldeten Menschen nicht lösen können. Auf der anderen Seite gibt es das Problem der Menschen ohne einen gültigen Aufenthaltsstatus, so genannte “Illegale”. Auch wenn darüber keiner sprechen will, ist die Realität dieser Menschen nicht zu übersehen. Wir schließen unsere Augen nicht und wir hören auch nicht weg. Wir gehen über die Grenzen hinaus, sehen der Wirklichkeit in die Augen und stellen uns auch diesem Problem.

Immer noch müssen viele Menschen unter den menschenunwürdigen Bestimmungen des Asylbewerberleistungsgesetzes und der Ausländer- und Asylpolitik allgemein leben, ohne dass sie eine Chance auf ein Bleiberecht haben. Daher sind wir fest entschlossen, weiter zu kämpfen. Wir fordern

  • ein Bleiberecht für alle, einschließlich der Menschen ohne Papiere, ohne wenn und aber
  • die vollständige Anerkennung und Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention

Bis zum Erreichen unserer Ziele fordern wir, dass die Lebensbedingungen für Geduldete verbessert werden. Dies bedeutet eine Abschaffung der Residenzpflicht, der Arbeitsverbote und die Schließung aller Lager und Heime sowie die Gewährleistung elementarer Standards, wie etwa Existenzsicherung, Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten für Menschen ohne Papiere.

Wir sind Kinder und Jugendliche dieser Welt. Auch wenn wir alle unterschiedlich sind, leben wir zusammen auf dieser Erde. Auch wenn wir in Deutschland ungewollt und nicht herzlich willkommen sind: “Wir sind die Zukunft – Wir bleiben hier”.

Dresden, September 2007 – Jugendliche ohne Grenzen

Dienstag, der 5. Juni 2007 | JogVoices

Appell an die Politikerinnen und Politiker der Bundesrepublik Deutschland

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Bleiberecht war und ist überfällig und lange angemahnt. Nachdem schon das Bleiberecht der Innenminister gescheitert ist, droht nun das gleiche bei dem Bundesgesetz das im Juni 2007 beschlossen werden soll.

Deshalb fordern wir von Ihnen, den Appell von „Jugendliche Ohne Grenzen“ endlich vollständig umzusetzen:

HIER GEBLIEBEN!

Wir sind Kinder und Jugendliche dieser Welt. Auch wenn wir alle unterschiedlich sind, leben wir zusammen auf dieser Erde. Deshalb wollen wir uns gemeinsam für eine bessere Welt für alle Menschen einsetzen und fangen bei uns zu Hause damit an.

Ihr nennt uns die Zukunft, wir sind aber auch die Gegenwart und deshalb fordern wir:

Alle Kinder und Jugendliche, die in Deutschland zur Schule oder in den Kindergarten gehen, die hier leben, hierher geflohen oder hier geboren sind, sollen weiterhin das Recht erhalten, mit ihren Eltern und Verwandten in der Bundesrepublik Deutschland zu leben.

Ihre Eltern sollen arbeiten dürfen, um für ihre Kinder sorgen zu können. Die Kinder sollen später einen Beruf lernen dürfen. Auch ihnen soll erlaubt sein zu arbeiten, zu reisen und weiterhin hier zu leben.

Kranken, Alten und Hilfsbedürftigen sowie durch Krieg und andere Ereignisse geschädigten Menschen muss geholfen werden. Auch sie sollen hier bleiben dürfen! Familien sollen gemeinsam hier leben dürfen.

Die Innenministerkonferenz und der Bundestag sollen für die über 200 000 nur “geduldeten” Flüchtlinge endlich ein Recht auf Bleiberecht verabschieden und sich für die vollständige Anerkennung der UNO - Kinderrechte einsetzen.

Darüber hinaus fordern wir:
Unsere seit dem 23.06.2005 - also seit unserem ersten Appell zur Innenministerkonferenz in Stuttgart - abgeschobenen Freunde sollen in ihre Heimat - die Bundesrepublik Deutschland - zurückkehren dürfen!